Entstehung und Geschichte des Bretonischen Reiches

Im Jahre 685 bretonischer Zeitrechnung (die von der ersten bretonischen Chronik, der Historica Terranica, übernommen wurde, welche aus der Feder des kreuzgläubigen Anton of York stammt, und dementsprechend die Jahre zählt) beauftragte der damalige Duke of York seinen jüngsten Sohn Ector im Namen seiner englischen Majestät und des Hauses York auf dem Festland, zusammen mit noch einigen anderen englischen Edelleuten, neue Kolonien zu erschließen, sei es durch Neubesiedlung oder Eroberung des Landes. So landeten sie mit einer nicht unbeträchtlichen englischen Streitmacht von 3000 Mann Fußvolk und einigen hundert Siedlern.
Nach einem Bündnis mit den dort siedelnden keltischen Stämmen und nach der entscheidenden gewonnenen Schlacht bei Reims gegen einige der untereinander zerstrittenen, fränkischen Adelsgeschlechter gelang es ungefähr ein Fünftel der heutigen Stammlande zu unterwerfen und die Grenzen so zu befestigen, daß die nachfolgenden Angriffe zur Neuaufrichtung des fränkischen Herrscherhauses fehlschlugen. Die Siedler gründeten indessen die Stadt "New York", welche sich später als Handelsknotenpunkt und Verwaltungszentrum der neuen englischen Provinz etablierte. Von hieraus lenkte man das spätere Geschick des angehenden Bretoniens.
Nach insgesamt 2 Jahren erreichte den mittlerweile zum Baron erhobenen Ector von York die Mitteilung, daß seine Mission auf dem Festland beendet sei und man ihn mit seinen Gefolgsleuten dringend im Konflikt gegen die trotzenden Schotten brauche. Seinen Posten sollte nun ein ernannter Gouverneur der Majestät bekleiden. Dem Baron war jedoch bewußt, daß wenn er die inzwischen zu seiner neuen Heimat gewordene Kronkolonie verlassen würde, er wahrscheinlich nie wieder hierher zurückkommen könnte. Außerdem wäre er in England wieder ein Laufbursche seines Vaters, zudem als jüngster Sohn mit wenig Außichten auf ein Stück des beträchtlichen Erbes des Hauses York. Dagegen glich seine Stellung hier in der Kronkolonie in den Befugnissen der eines König. So ließ er diejenigen seiner Gefolgsleute ziehen, die weiterhin der englischen Krone zugehörig sein wollten, und rief mit den getreuesten Gefährten und dem Wohlwollen der breiten Massen der hiesigen Bevölkerung, die ihn aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Hoffnung auf größere Mitbestimmung mehr als Befreier und nicht als Eroberer sahen, ein neues Reich mit Namen Bretonien und der Hauptstadt New York aus.
England, welches sich bis heute in heftigen Auseinandersetzungen mit Schottland befindet, reagierte, indem es eine kleine Abordnung von einigen tausend Mann sandte, die ausreichen sollten, um mit Waffengewalt die Ordnung in dieser rebellischen Provinz wiederherzustellen und den in englischen Augen verrückt gewordenen Ector von York wieder zur Vernunft zu bringen. Aber der hatte mit diesem Aufgebot gerechnet und die Bevölkerung Bretoniens aufgefordert, gemeinsam gegen die Besatzer zu streiten. Letztendlich kam es zu den legendären Befreiungskriegen mit der entscheidenden Schlacht bei Villeneuve, wo 2550 ausgebildete englische Soldaten gegen 6638 Bretonen stritten, von denen alle, bis auf 150 eigene Gefolgsleute Ectors, größtenteils schlecht bewaffnete Bauern waren. Die Schlacht endete damit, daß die übriggebliebenen 1349 Bretonen einige hundert verbliebene Engländer in die Flucht schlugen. Zurück blieb nur ein blutgetränktes Feld, übersät mit Leichen und Krüppeln. Dennoch feierten die glücklichen Sieger ihren großen Triumph bis in das folgende Morgengrauen.
Nach der englischen Niederlage anerkannte man dem damaligen Fürstentum Bretonien dessen Autonomie, da sich zu Hause weitaus bedeutsamere Probleme anbahnten. Die Iren hatten nämlich den Schotten ihre Hilfe im Kriege gegen die Besatzer zugesagt. Im folgenden Jahr krönte sich Ector von York zum Fürsten Bretoniens und entsagte seinem Titel als Baron von York, damit das Reich auch frei von familiärer Bindung sei. Außerdem ernannte er die neue Regierung und sorgte für ein funktionierendes Staatsgefüge. Bretonien ist heute nicht nur der erste Zufluchtsort politisch verfolgter Engländer, die wegen ihrer Religion oder Ansichten geächtet wurden - auch schottischen Clanführern, die ihre Männer zum größten Teil im Kampf gegen die englischen Besatzungsmächte verloren hatten, wurde hier Asyl gewährt, daß sie von hieraus erneut Streitkräfte organisieren konnten oder sogar hier siedelten.
Auch wenn Bretonien sich politisch stark von England distanziert, ist es doch kulturell und wirtschaftlich stark durch die Insel geprägt, besonders jetzt, wo wieder ein junger Engländer zum Fürsten Bretoniens gekrönt wurde, da der letzte Fürst und Nachfahre Ectors angeblich (siehe Gerüchte) ohne direkten, lebenden Erben starb. So bestimmte Henry von Bretonien auf seinem Sterbebett, daß Richard von York, der jüngste Sohn aus dem Hause York und damit weitläufig mit Henry verwandt, seine Nachfolge antreten solle, wie es wenig später auch geschah.

Detaillierte Chronik des Reiches von 1196 - 1200 Bretonischer Zeitrechnung
Richard von York hatte zu Hause als jüngster Sohn nichts zu verlieren, entsagte seinem Erbtitel Baron von York, wie Ector es einst tat, und ließ sich 1197 zum Fürsten eines mittlerweile königreichgroßen Landes krönen. Obwohl ein Großteil der damals untereinander zerstrittenen Ritterschaft die Legitimation des neuen Fürsten aufgrund seiner englischen Herkunft und fehlenden ritterlichen Ausbildung anzweifelte, gelang es ihm diese im ersten Jahr seiner Regentschaft zu befrieden und zu einigen. So verlieh er unter anderem zeitweilig die Ministerämter an die jeweiligen Anführer der verschiedenen Gruppierungen im House of Lords (Heerführer: Vincent de Castello de Bahia bis 1200, Kanzler: Heinrich von Reims bis Anfang 1199, bis 1200 Geoffrey of Finchley, seither Aurel Armand de Saint-Morelle, Regulator: Reginald Front de Boeuf bis 1200, derzeit Sir Mondrac de Aquillion, Konsul: zunächst Galen von Radonesch, zwischen 1198 und 1200 vakant, seither Aurel Armand de Saint-Morelle), befriedete durch finanzielle Subventionen die letzten fränkischen Raubrittergeschlechter, die immer noch ihre Eigenständigkeit zu ertrotzen versuchten (z.B. Front de Boeuf, de Buce, de Bracy) und überzeugte selbst die letzten Zweifler, da er in jeder freien Minute, die ihm seine Regierungsgeschäfte ließen, durch fleißiges Training im Kampfe bald einem Ritter gleichkam, aber immer ein Erbadeliger bleiben würde.
Nach einem Jahr der innenpolitischen Reformen und Umstrukturierungen, begann Richard den Kontinent zu bereisen. Neben Flandern, wo er ein erstes Interesse für Genevre von Flandern bekundete, und den Freigrafschaften, wo er zum ersten Mal mit demokratischen Formen des Regierens konfrontiert wurde, reiste er auch ins Dunkle Reich, nicht nur weil sein Interesse für andere außergewöhnliche Kulturen äußerst ausgeprägt ist, sondern auch weil er sich wegen des bevorstehenden Kriegszuges gegen Aredroc über dessen Verbündeten informieren wollte.
Aredroc war ein Reich nordöstlich von Flandern und nördlich von Brabant, das seine Nachbarn unentwegt mit seinen Kreaturen überfiel und bedrohte. Auf Gesuch der flämischen Gräfin erklärte sich der Fürst bereit, die Flamen mit bretonischen Truppen zu unterstützen. Und mehr noch, er rief sich kurze Zeit später selbst zum Heerführer der Allianz gegen Aredroc aus, um einerseits der Gräfin zu gefallen und andererseits eine nicht allzu ferne Bedrohung von seinem eigenen Lande abzuwenden. Von den offiziell 17 Reichen, einschließlich Flanderns, die sich seiner Allianz angeschlossen hatten, waren es letztendlich nur noch 4 (Akron, Vinland, Kaotien und Zarorien), die letztendlich zu ihm hielten. Die anderen verzichteten, zurückgehalten durch die Beteiligung des Dunklen Reiches auf aredrocianischer Seite, auf ihre Beteiligung an diesem Kriegszug. Am 6. Junai des Jahres 1199 konnte die übriggebliebene Allianz unter Hinnahme herber Verluste nach 5 Tagen unerbittlichster Kämpfe diesen Krieg für sich entscheiden. So kehrte der Fürst mit froher Botschaft an den flämischen Hof zurück, in der Hoffnung Genevre und nicht zuletzt den burgundischen König von seiner Edelmütigkeit überzeugt zu haben.
Auf der Festivität zu Ypern jedoch lehnte die Gräfin sein Heiratsgesuch brüsk und kurzer Hand ab und verwies ihn obendrein - ohne Angabe irgendwelcher Gründe - noch in derselben Nacht ihres Landes; nicht ohne später Gerüchte über angebliches Fehlverhalten des Fürsten und seiner Ritter zu streuen. Gekränkt und beleidigt verließ Richard kaum 1 Stunde später mit Zweien der tadellosesten Rittersleute am bretonischen Hofe, Heinrich von Reims und Falk von Falkenstein (die erst einige Stunden zuvor bei der ypernschen Turney den ersten und den zweiten Platz für das Reich gegen zahlreiche Kontrahenten erstritten hatten) des Nächtens den flämischen Hof.
Nachdem der Fürst wieder nach Bretonien zurückgekehrt war, zog er sich auf seine Sommerresidenz bei Villeneuve für mehr als drei Monate, abgeschieden von jeglicher Öffentlichkeit, zurück. Obwohl Richard den Kriegszug gegen die Freigrafschaft Le Hawre, den Nachbarn im Süden, der durch Gebietsstreitigkeiten- und übergriffe einen Krieg provoziert hatte, selbst anführen wollte, übergab er diese Aufgabe an seinen Heerführer Vincent de Castello de Bahia, da er immer noch in Villeneuve verweilte. Sein Gemüt war gegen Flandern nach wie vor verhärtet, was durch die Schließung der Grenzübergänge zu Flandern und dem Verbot für die gesamte bretonische Ritterschaft, aus friedlichen Gründen jemals noch einmal nach Flandern zu reisen, für jedermann offenkundig war.
Besonders in der Zeit der Zurückgezogenheit Richards übernahm sein neuer Kammerherr Aurel Armand de Saint-Morelle die dringlichsten außen- und innenpolitischen Regierungsgeschäfte seines Fürsten und etablierte sich nach kürzester Zeit als unübertrefflicher Diplomat und fähiger konsularischer Bevollmächtigter Bretoniens an vielen Höfen der Mittellande. Er agierte auch über seine eigentlichen Aufgaben hinaus mit äußerstem Eifer, so daß er zwei weitere Nachbarn, nämlich Barsaiva und Mentarien, nach zähen und langen Verhandlungen von einem Zusammenschluß mit dem Reich zum Bretonischen Reichsverband überzeugen konnte.
Währenddessen führte Vincent mit Hilfe Verbündeter einen grandiosen Eroberungszug gegen Le Hawre, der mit der Einnahme der letzten Bastion, der Hauptstadt Le Hawre, im Januari des Jahres 1200 seinen Abschluß fand. Mit der Arrondierung von Aredroc (als Markgrafschaft Aredroque) und Lehawre (als Markgrafschaft Havre) zu den Stammlanden entstand das Bretonische Reich.
Das House of Lords vom 8. Januari des Jahres 1200 bedeutete in diesen ereignisreichen Jahren einen Wendepunkt in der bretonischen Reichsverfassung. Vor dem Hintergrund des territorialen Zuwachses erarbeitete der fürstliche Kammerherr und neue Konsul de Saint-Morelle für den Fürsten und das Reich sowohl eine grundsätzliche Lehnsreform, nach welcher ein neuer Hochadel (die Stände des Markgrafen, des Barons und des Reichsritters), etabliert wurde, als auch eine Reform der Konstitution des ehrwürdigen House of Lords: bis dato hielt jedes Mitglied des House of Lords lediglich eine Stimme (auch der Fürst); die sog. Morelle-Novelle koppelte fürderhin auch je eine Stimme an ein Ministeramt, wodurch bei Personalunion verschiedener Ämter auch mehrere Stimmen in der jeweiligen Person vereinigt werden konnten. Richard of York erklärte sich, nach der unerwarteten Demission des Heerführers Vincent de Castello de Bahia, selbst zum Heerführer und stimmt künftig als Fürst und als Heerführer seines Reiches. Ferner wurde das Amt des Kultusministers neu geschaffen; erstmalig wurde eine Dame des Reiches, Mylady da Binter, mit einem Staatsamt betraut (wenn auch unter Suspendierung ihres Stimmrechts im House of Lords, da die Ladies des Reiches auch 1200 erneut beim Versuch der Einführung des Stimmrechts für Frauen gescheitert waren). Sir Reginald Front de Boeuf, der sich aus den Amtsgeschäften des Regulators und der Politik auf seine Besitzungen zurückziehen wollte, wurde mit dem Ehrentitel des Bretonischen Champions ausgezeichnet, der im Namen und für die Ehre des Fürsten und des Reiches zu Turnieren und Tjosten erscheint.
Ein wichtiger Punkt war die Klärung der Beziehungen zum Flämischen Herzogtum. Da er seine Ehre und die Ehre seiner Ritter beleidigt sah, entschied sich der Fürst mit Unterstützung des House of Lords, der Gräfin de Flandres die Fehde zu erklären, die er durch einen Zweikampf der Champions aber zu beenden gewillt war. So sandte er die Forderung zu diesem Tjost an den flämischen Hof, um in den Schranken der Ritterlichkeit für sich und sein Reich Genugtuung zu begehren.
Die ersten Monate des Jahres 1200 waren demgemäß beherrscht von den Spannungen zwischen den mächtigen Blöcken des Bretonischen Reichsverbandes und Burgunds. Kaum ein Land, das nicht die eine oder andere Partei ergriffen hätte. Das Zögern Burgunds ergrimmte den Fürsten mehr und mehr, zumal in seinen Augen sich die andere Seite in zahllosen Wortgeplänkeln und Beleidigungen erging, nicht zuletzt die ritterliche Forderung, nach Sitte und Ritterbrauch unausschlagbar, ablehnte. Indessen setzte die Bretonische Diplomatie auf das zähe Werben von Alliierten, und nach und nach erklärten die großen Reiche, etwa Akron, Beilstein, Dana'Kera, Trawonien und Vinland, und neue Freunde, wie Trigardon und Eire, ihre Waffenbrüderschaft - Ländern, denen sich das Reich demgemäß auch weiterhin eng verbunden fühlt. Aber die Wendung kam überraschend. Auf neutralem Grunde, anläßlich der Hochzeit des Allerländischen Königspaares im Maii 1200, verneigte sich Burgundische Delegation, darunter auch jene Gräfin Genevre de Flandres, in Anwesenheit der versammelten Gästeschar vor dem Fürsten; daraufhin stimmte der Fürst zu, die Mittellande vor einem ihrer verheerendsten Kriege zu bewahren und ließ die frohe Nachricht allerortens verkünden. Seither herrschte eine Zeitlang Frieden zwischen dem Reichsverband und Burgund, ein fragiler, wohl wahr, und es sollte sich bald zeigen, daß er nicht von Dauer war.
Aber die Bretonische Diplomatie konnte zunächst sich wieder anderen Betätigungsfeldern zuwenden. Der Bretonische Reichsverband erwarb einen Kriegshafen von Phoenixthor bei Port Francis im Südmeer (Lord - Rafael - Hafen, in memoriam des verstorbenen Lordprotekors der Phoenix-Company) und schloß die Kaufverträge bezüglich Teilen von Aredroc ab. Im Juno 1200 wurde die neue Markgrafschaft Havre, vormals Lehawre, an den vinländischen Grafen Frederic von Wolfengrund vergeben und die Beziehungen zwischen den Reichen durch eine Hochzeit einer Schwester Sir Geoffrey of Finchleys mit einem vinländischen Ritter noch weiter bestärkt.
Ein trauriger Nachtrag des flämischen Konfliktes war, daß yddländische Seefahrer, Verbündete Flanderns, voreilig schon bretonische Küstendörfer geplündert hatten und sich schändlich an den Frauen der hilflosen Dörfler vergingen. Die offizielle Erklärung des yddländischen Fürsten Berand, die Männer hätten sich "gelangweilt", erzürnte das House of Lords ob ihre geringschätzigen Banalität so sehr, daß ein Verband aus akronischen, vindländischen und bretonischen Schiffen gen Yddland in See stach.
Im August 1200 führten die Herren Heinrich von Reims, Falk von Falkenstein (nebst seines Knappen Tassilo von Armingstein), Sir Wolfric aus Hardangar und Sir Theoldor vom Hohen Schlag ein Truppenbanner östlich der Reichsmarkgrafschaft Mentarien in bis dato unerforschtes Gebiet, in dem Magister der Mondschwingengilde, darunter Se. Magnifizienz Sergios von Radonesch, bereits erste Untersuchungen durchführten. Der dort ansässige Noble, ein Ritter mit Namen Albrecht von der Hartenklinge, stimmte der Übernahme des Landes als Lehen in das Bretonische Reich zu und brach nach New York auf, um dem Fürsten den Lehnseid für "Bretonia Nova" zu schwören.
Fast zur gleichen Zeit brachte Lady de Binter ihre Tochter Viktoria zur Welt; ein bezauberndes Kind, welches sogleich die Herzen aller Bretonen eroberte.
Zuletzt eine traurige Entwicklung: im September 1200 reiste Se. Exzellenz de Saint - Morelle, Kanzler und Konsul des Reiches, in Begleitung der Chevaliers de Montfort und de Larisse nach Saltway in Vallconnan, um dortens ein Jagdvergnügen zu genießen. Indes wurde die Anwesenheit des Herrn de Saint-Morelle seitens Burgunds und Vallconnans zu einem wohl einmaligen Eklat genutzt: sie ereiferten sich über den Wortlaut der Friedensproklamation des Reiches vom Maii 1200. Und genauso, wie man lauter brüllen muß, um eine Distanz von 5 Meilen zu übertönen, gebärdeten sie sich nunmehr um so heftiger, wohl um die zeitliche Distanz von 5 Monaten zu überspielen (5 Monate, in denen kein burgundischer oder vallconnischer Hahn in dieser Sache gekräht hatte). Man ohrfeigte den Ersten Diplomaten und Herold des Reiches - einmal, womöglich zur Übung, vor versammelter Gästeschar (der die Verwunderung über den Bruch des vorabends ausgerufenen Burgfriedens anzusehen war), dann in einem dunklen Hinterzimmer, da sie den Konsul unter Vortäuschung einer Privataudienz hinein genötigt hatten, und hier gleich fünf weitere Mal. Dann hieß man den Fürsten "einen Lügner", dessen Mai - Proklamation angeblich entwürdigend für Vallconnan und Burgund gewesen sei und der durch diese Schläge sich gefordert sehen solle, inklusive durch die Königin von Vallconnan und den Königs von Burgund. Dann erklärte man alle Bürger des Reichsverbandes für vogelfrei! Nun erst "eskortierte" man Se. Exzellenz und die beiden Chevaliers aus dem Lande heraus.
Monsieur de Saint - Morelle hatte all die Zeit keine Miene verzogen, nicht einmal unter den Schlägen. Viel zu stolz, um eine Protokollverletzung dadurch aufzuwerten, daß er sie überhaupt (und sei's nur mit einer Geste) kommentierte, hatte er der Königin von Vallconnan, die ihn als letzte geschlagen hatte, lediglich einen weiteren angenehmen Verlauf der Feierlichkeiten gewünscht. Erst als die Grenze Vallconnans hinter ihnen lag, beugte er sich aus dem Fenster der Kutsche und meinte leichthin zu Chevalier de Montfort: "Wie bedauerlich, wenn Leute aus doch recht guten Familien so schlecht erzogen sind."
Da nun aber die Forderung eines Souveräns an einen anderen eine Kriegserklärung darstellte und jeder der vielen Verstöße gegen Sitte und Recht des zivilisierten Übereinkunft der Mittellande bereits für sich einen sattsamen Kriegsgrund bedeutete, rüstete sich der Reichsverband auf's neue, um zweierlei auch dieses Mal unter Beweis zu stellen: daß der Reichsverband seine Ehre auf dem Schlachtfeld jederzeit wiederherstellen kann und daß sich Verbrechen gegen Sitte und Recht der Völker nicht lohnen... Es ist aber, mit Blick auf die alten und beigelegten Schwierigkeiten mit Flandern festzustellen, daß die flämischen Gesandten zu Saltway zu keinem Zeitpunkt die Etikette außer acht ließen - war die erste Hälfte des Jahres 1200 vom Streit mit Flandern beherrscht, dem sich Burgund angeschlossen hat, so heißt dies jetzt: Streit mit Burgund, ausgenommen Flandern. Die Geschichte hat manchmal eigentümliche Allüren...

Geschichtskalender des Bretonischen Reiches

685 Landung Ectors an der Küste des Frankenlandes
687 Unabhängigkeit der Kronkolonie von England
688 Gründung des Fürstentums Bretonien durch Krönung Ectors von York
ca. 707 Bertram der Stämmige bezwingt die Oger
708 Edward II. of York belehnt das Frankengeschlecht der "Front de Boeuf" als Earls mit der Feste Colosse
795 Niederschlagung eines Frankenaufstandes
805 Einführung des bretonischen Pachtsystems
843 Rekordernte durch Einführung neuer Anbaumethoden (Dreifelderwirtschaft)
879 Ein aus Schottland emigrierter Clan siedelt an der Küste Nordwestbretoniens
901 Erste Einberufung des "House of Lords"
950 Aufstellung des stehenden Heeres
998 Ausrufung der Religionsfreiheit
1003 Tod und Heiligsprechung der Heilerin Melangell
1023 Dekret über "Die Freiheit des Bürger- und Bauernstandes" von Robert of York
1025 Contra-Supremats-Akte von Robert of York gegen die Zwangsmitgliedschaft in Gilden und Zünften
1054 - 60 Kreuzzug gegen die Orks
1193 Befriedung einiger fränkischer Raubrittergeschlechter
1197 Ernennung von Richard von York zum Fürsten Bretoniens. Neue Fürstliche Devise: Pax et Bonum
1198 Inkrafttreten einer neuen Gesetzgebung der "Declaration of rights"
1199 Fertigstellung der Kathedrale zu Reims
  Eroberung Aredroc´s
1200

Eroberung der Freigrafschaft Le Hawre: Ausrufung des Bretonischen Reiches
Barsaiva und Mentarien schließen sich dem Bretonischen Reichsverband an

Januar Das House of Lords ratifiziert eine neue Lehnsreform und Konstitution
  Richard von York erklärt Genevre von Flandern durch eine Championade die Fehde
Mai Beilegung der Streitigkeiten mit Flandern und Burgund
Juli Armada gegen Yddland
August Bretonia Nova wird Reichsgebiet
September Burgund und Vallconnan erklären dem Bretonischen Reichsverband den Krieg
1201 Das Reich jubelt, der geliebte Fürst ehelicht
1202 Das House of Lords ratifiziert die neuen Gesetze des Fürsten
1203 Nach viele Gerüchte über seine Person erläßt der Fürst das bekannte "Begnadigungsedikt"
1204 Das House of Lords wird so spektakulär, wie seid 688 nicht mehr:
  Der Fürst ist beim House of Lords nicht anwesend und läßt alles verlesen,
  Aredroque wird in die Souveränität entlassen, alle aredroquianischen Ritter vom Lehnseid entbunden und mit einem weinenden Auge verabschiedet
  das befriedete Mentarien wird dem nun freien Aredroque angeschlossen
  Teile Aredroques, die nicht souverän wurden, werden Akron für seine Treue geschenkt
  ein bis dahin unbekannter Kreutzritterorden erklärt, den Fürsten, Richard of York in gewahrsam zu haben, das Reich versinkt im Chaos
Dezember Die Ritter Mettre au Monde, Heinrich von Reims, Jean de Veau und Geoffrey von Finchley nehmen vorerst die Reichsregierung in die Hände und zerschlagen so die Bemühungen einzelner Provinzen, in den Wirren sich vom Reich abzuspalten
1205 Gerüchte über einen Prinz John, angeblich rechtmäßigen Thronerben, mehren sich
 

Viele Ritter sind auf der Suche nach ihrem geliebten Fürsten

  Im fernen Mythodea rufen die ratlosen Sires ein House of Lords ein und erwählen einen neuen Fürsten aus ihrer Mitte. Der Neue Fürst nennt sich Johann I.
  Wenige Wochen später führt Fürst Johann I. einen Befreiungszug gegen eine Feste in Westmynd, die von einem Hexenmeister besetzt wird und ist mit seinen Truppen siegreich.