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Travaillon - Eine Provinz am Schrumpelwald

Viel Finger, eine Faust - Travaillon!

Travaillon ist ein malerisch am Rande des Schrumpelwaldes in der Province südlich von Reims gelegener kleiner Weiler. Umgeben von einer vier Schritt hohen Palisade beherbergt er gut 500 Bürger des bretonischen Reiches. Quer durch den Ort führt die einzige Straße von Reims her kommend weiter in den Wald hinein. Als Transportweg für das dort geschlagene Holz bildet sie die Lebensader des Ortes. Nahezu jeder, der nach Travaillons kommt - vielleicht um im Schrumpelwald ein Abenteuer zu suchen oder sich dort als Holzfäller zu verdingen - muss diesen, je nach Jahreszeit staubigen oder schlammigen, Streifen entlang wandern.

Unweit der gut in Stand gehaltenen Palisade fließt ein kleiner Strom - die Pétasse - die, auch wenn kein Travailloner je in ihr baden oder gar ihr Wasser trinken würde (schließlich kommt der Strom aus dem Wald, wo zweifellos die Spitzohren hineinpinkeln!) die nahen Gemüsegärten und insbesondere die Apfelhaine der Familie Gruyère nährt.

Nach Süden, zum Wald hin, ist die Siedlung über die Palisade hinaus gewachsen. Dort haben sich die Familien Habér, Hûber und Hobère [von den anderen Travaillonern gern spöttisch „Les Limaces“, die Nacktschnecken, genannt, da sie VOR der Palisade, also quasi ohne schützendes Haus leben] niedergelassen.

Die Travailloner sind ein fröhlicher, bodenständiger und trinkfester Menschenschlag. Sie arbeiten hart und sind stolz auf Ihr Örtchen und was sie erreicht haben. Insbesondere, dass sie immer noch da sind. Denn Travaillons sieht sich immer wieder Angriffen durch die Elfen des Schrumpelwaldes ausgesetzt. Zuweilen mehrmals im Monat rufen die Schreie der Limaces die Bürger auf die Palisaden, wo diese dann zumeist mit Bogen oder Armbrust gewappnet ihr Hab und Gut verteidigen.

Einzig jene, die vor der Palisade leben vertrauen mehr auf Spieß und Axt um sich ihrer Haut zu erwehren. Dies jedoch stets mit den Schützen auf der Palisade im Rücken, weshalb einige begonnen haben einen schützenden Holzschild auf dem Rücken zu tragen.

Aus dieser Art hat sich innerhalb der travaillonischen Militärstruktur auch der "travaillonische Zielsucher" entwickelt, der beim Gegner erst für Verdutzen, später für Entsetzen sorgt, was nur von kurzer Dauer ist und schließlich mit dem Tod des Gegners sein Ende nimmt.

Der "Visiteur cible", wie der Zielsucher genannt wird, ist zwar stets ein Limace, wird aber dessen ungeachtet hoch geschätzt. Er trägt das "Crédit", das Zielschild auf dem Rücken, einen großflächigen, mit einem Fadenkreuz bemalten Schild. So gewappnet rennt er auf das von ihm auszusuchende Ziel zu, während die Armbrustschützen ihm mit den Augen, die Armbrust gespannt und geladen, verfolgen. Auf Zuruf des Capitans wirft sich der Visiteur zu Boden und gleichzeitig lösen die Armbrustschützen den Schussmechanismus ihrer Armbrust aus, so dass die Bolzen in ihrer Flugbahn noch dem kurz zuvor anvisiertem Ziel folgen und es auch finden. Dieses Manöver wird auch "Recherche de risque" genannt.

Da man sich sicher ist, dass die Elfen einen brechenden Grashalm hören kann, hat man längst aufgehört, sich im Wald leise zu bewegen. Einige Waldläufer haben sogar einen Weg gefunden, die Elfe zu überlisten. Sie haben sich Kettengeflecht um die Stiefel gemacht, so dass es sich anhört, dass ein gerüsteter Söldner in den Wald kommt. Zudem ist man sich sicher, dass die Elfen nunmehr kein Grashalm mehr brechen hört und genug Aufmerksamkeit von sich ablenkt. Darum sind Travailloner-Waldläufer beeindruckende Gestalten, meist die größten und/oder schwersten der Travailloner, stets bewährt mit ordentlichem Kettengeflecht um die Stiefel. Ein travailloner Waldläufer ist erst dann ein echter Mann, wenn es ihm gelungen ist, in dieser Aufmachung den Hasen im Wald zu schießen. Wahlweise wird auch ein Elf akzeptiert, nie jedoch ein Klumpull.

Gerade weil der Ort seinen Bewohnern ständige Verteidigungsbereitschaft abverlangt, sind in Travaillons einige Charaktereigenschaften weit verbreitet. Die meisten Travailloner sind unheimlich stur, was nicht selten zu handfesten Auseinandersetzungen führt, bei denen schon so mancher Krug im Gasthof „Fürstenruh“ zerbrochen wurde. Diese Sturheit zeigt sich auch im starken Drang an Bewährtem und traditionellem festzuhalten. Neue Dinge, Moden und fremdländische Gebräuche schätzt man wenig.

Die Sturheit der Hober-/Haber-/Huberfamilie zeigt sich auch daher, dass sie trotz regelmäßiger Angriffe der Elfen ihre Siedlungen auf der dem Wald zugewandten Seite nicht aufgeben und weiterhin auf der Seite vor der Palisade siedeln. Die alteingesessenen Familien lästern zwar, dass dies kein Stolz sei, sondern eher Dummheit der einst hier hergezogenen normandeyischen Franken, aber eigentlich ist man sich doch sicher, dass man hiermit auch den Mut und den Stolz der Travailloner aufzeigen kann.

Einzige Ausnahme mögen die Limaces sein. Vielleicht weil sie „Zugezogene“ sind (für die Travailloner sind einige Generationen gar nichts), vielleicht weil sie schon seit Jahrzehnten für eine Erweiterung der Palisade plädieren und dafür vom Rest des Ortes belächelt werden.

Ein zweifellos für den Besucher angenehmerer Zug der Ortsansässigen ist ihre Feierlaune. Wer immer wieder für das eigene Leben streiten muss, der will es in Friedenszeiten auch auskosten. So vergeht kein Feiertag (grundsätzlich wird jeder Tag nach einem Elfenangriff zum Feiertag) ohne ein ordentliches Trinkgelage mit Musik und Tanz. Weitere Feiertage sind die alljährliche Apfelernte und der Geburtstag des Königs. Die stärkste und unzweifelhaft bei jedem Travailloner vorhandene Eigenheit ist verständlicherweise der unbändige Hass auf alle Arten von Elfen, insbesondere jene die sich in den Farben des Waldes kleiden.

Die Lebensfreude äußert sich auch darin, dass man im vergleich zur sonstigen tristen braunen Mode der bretonischen Kleindörfler doch eher bunte Farben trägt. Man will sich auch von den Elfen abheben. Ausnahmen hierbei bilden die Köhler und Jäger, welche kein gutes Ziel im Wald abgeben wollen.

 

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